Normalerweise drehen die Fahrer, die sich im Qualifying einigermaßen mühelos für die zweite Runde um die Superpole qualifizieren, nur so viele Runden wie unbedingt nötig. Anders Uwe Nittel bei seinem achten Einsatz im rot-blauen MAN des Bernau-Teams. Die meisten Beobachter konnten sich die Tatsache kaum erklären, warum Nittel im ersten Aufgalopp geradezu verbissen Runde um Runde abspulte – doch der Rallye-Profi hatte diesmal Probleme, das richtige Set-Up für sein Arbeitsgerät zu finden.
Auf dem schwierig zu fahrenden Hügelkurs fand sich der Deutsche zunächst nur mit Mühe zurecht, was sich auch in der Ergebnisliste für das Qualifying niederschlug, in der Nittel lediglich mit der neuntbesten Runde notiert wurde. Im Rennen lief es dann allerdings erheblich besser für den MAN-Fahrer, der sich bis auf Platz sechs vorarbeiten konnte, nachdem er die zähen Briten Stuart Oliver (im Allgäuer-MAN) und Chris Levett (im Freightliner des Buggyra-Teams) niedergerungen hatte
Im zweiten Rennen bekam es Nittel dann mit Adam Lacko zu tun, der sich den dritten Podiumsplatz allerdings nicht nehmen ließ. Uwe Nittel musste sich mit Blech zufrieden geben, er kam hinter Albacete, Hahn und dem Tschechen an vierter Position ins Ziel.
Die zufrieden stellenden Ergebnisse des ersten Tages sorgten dann dafür, dass sich Nittel am Sonntag deutlich verbessert zeigte. Diesmal reichte es im Zeittraining für die fünftschnellste Rundenzeit, knapp hinter Lacko, mit dem Nittel an diesem Wochenende noch einmal um das glücklichere Ende kämpfen musste. Im dritten Championshiprace behielten die beiden Konkurrenten beim Start ihre jeweiligen Plätze, Nittel sortierte sich folglich hinter dem Renault-Piloten ein. Runde um Runde rannte er gegen das Bollwerk an, ehe schließlich bei einem Überholversuch ein Vorderreifen zerschlissen wurde, was Nittel zur vorzeitigen Aufgabe zwang. Damit hatte er im abschließenden Rennen einmal mehr Gelegenheit, das Feld fast von ganz hinten aufzurollen.
Die Aufholjagd quer durch die stark vertretenen spanischen Truck-Enthusiasten sowie etablierte Kollegen führte den Fahrer des Bernau-MAN schließlich bis auf den siebten Platz. Nach dem spanischen Wochenende zeigte sich Nittel erstaunt über die Härte, die am Ende der Saison offenbar zum guten Ton gehört, aber in der Regel folgenlos bleibt. Vor allem nach den beiden Sonntagsrennen, die jeweils nach Karambolagen in der Startphase neu gestartet wurden, waren zumal im Vorderfeld kaum noch wenigstens einigermaßen intakte Trucks zu sehen – der Circuito del Jarama war wieder einmal zum Schlachtfeld geworden.

