Antonio Albacete macht den Endspurt der Europameisterschaftssaison spannend. Der noch amtierende Champion war beim neunten Rennen des Jahres in seiner spanischen Heimat erneut eine Klasse für sich und der beste Akteur im Starterfeld. Mit zwei Siegen in den Championshiprennen zwei und drei setzte Albacete die Glanzlichter seines Auftritts.
Dazu kamen ein weiterer Podiumsplatz im ersten Lauf, den der Lokalmatador an dritter Position beendete, sowie Platz fünf im abschließenden Championshiprace. Für seine Leistung wurden dem Piloten des Cepsa-MAN insgesamt 48 Punkte gut geschrieben – damit verringerte Albacete den Abstand auf dem derzeitigen EM-Spitzenreiter Hahn zwar weniger dramatisch als noch in der Runde zuvor. Doch bei aktuell 17 Punkten Differenz ist der Kampf um die Krone noch lange nicht ausgefochten. Die größte Trophäe wird übrigens in jedem Fall wieder einem MAN-Fahrer gehören. Der Abstand zwischen Albacete und dem drittplatzierten Adam Lacko (MKR-Team) ist vor dem Finallauf auf mehr als 60 Punkte angewachsen, damit kann der Tscheche seinen Konkurrenten auf keinen Fall mehr überflügeln.
Nach dem Auftakt hatte es zunächst so ausgesehen, als müssten ausgerechnet im „Wohnzimmer“ Albacetes die Lorbeerkränze für die Konkurrenz gewunden werden. Der MKR-Express mit Bösiger, Oestreich und Lacko war im Zeittraining Superpole nicht aufzuhalten und reservierte sich die besten Plätze. Doch im Rennen gleang es Antonio Albacete, den schwarz-roten Geleitzug zu sprengen und sich vor Lacko zu setzen.
Der wiederum war im zweiten Lauf der beste Fahrer des Renault-Trios, kam aber trotzdem nur nach Albacete und dessen direkten Titelkonkurrenten Jochen Hahn auf’s Podium.
Am Sonntag hatte Albacete im dritten Lauf Pech, als er noch in der ersten Runde nach einem krachenden Start, bei dem zahlreiche Trucks in Mitleidenschaft gezogen wurden, ins Kiesbett abflog. Da auch noch andere Konkurrenten „ungünstig“ standen, schalteten die Rennkommissare die Ampeln auf Rot, der Lauf wurde neu gestartet. Dem Pech folgte Glück, diesmal durchkreuzte Albacete erfolgreich die Startstrategie der vor ihm liegenden Wettbewerber und setzte sich rasch an die Spitze des stark besetzten Feldes. Mit einem Start-Ziel-Sieg, diesmal vor Vrsecky und Hahn, füllte er sein Punktekonto mit weiteren 20 Zählern auf. Vrsecky und Albacete, das war auch im abschließenden Rennen ein Thema. Bei einem Überholversuch verschätzte sich der Spanier ein wenig und wurde vom Hinterrad des Buggyra-Freightliners hoch in die Luft befördert. Das war den Stewards hinterher eine 5-Sekunden-Strafe wert, so dass der Madrilene und sein Konkurrent in den Ergebnislisten die Plätze tauschten. Das Rennen gewann einigermaßen überraschend der Ungar Norbert Kiss – der in Jarama erst sein zweites Rennwochenende im Truck absolviert hat.

